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Erste Anfänge des Bürgerbegehrens Inselbad und Mutterturm

Presseerklärung von Stadtrat Christoph Jell zum Artikel „Herausgezerrte Gerüchte“ im Landsberger Tagblatt vom 29.07.2011

In ihrem monatlichen Bürgertreff diskutiert die UBV mit Stadträten, Mitgliedern und interessierten Bürgern die öffentlichen Punkte der jeweils nächsten Stadtratssitzung. Jeder ist zu diesen Zusammenkünften eingeladen, das Hauptthema wird im LT angekündigt. Bereits im Jahr 2010 haben wir in unserem Bürgertreff über die Brücke vom Inselbad zum Mutterturm im Rahmen der EU-weiten Ausschreibung der Planung dazu berichtet. Auch wurde dreimal im Jahr 2011 die kritische Haltung der UBV zu einer Lechbrücke an diesem Standort Thema des Bürgertreffs.

Auch war die UBV mit Ihrem Gründungsmitglied Erich Schmid am 09.07.2011 mit einem Infostand in der Fußgängerzone vertreten, um auf die Brückenplanungen und deren Auswirkung auf Inselbad mit Lechstrand und Mutterturm mit Herkomerpark zu berichten. Letztmals am 11. Juli, zwei Tage vor der Abstimmung im Stadtrat. Ich hatte bereits dort zur Diskussion gestellt, dass ich eine Brücke an diesem Ort fatal finde, dies ausführlich begründet und meine Gegenstimme angekündigt. Nach angeregter Diskussion erhielt ich einhellige Zustimmung. In der Stadtratssitzung habe ich kritisch nachgefragt und festgestellt, dass der Herkomerpark stark beeinträchtigt wird. In der Woche nach der Stadtratssitzung, an der mehrere Vorstandsmitglieder der UBV auch als Zuhörer teilnahmen, fasste der Vorstand dann den einstimmigen Beschluss zum Bürgerbegehren.

Dies ist der frühest mögliche Zeitpunkt, da sich ein Bürgerbegehren per Gesetz auf einen konkreten Stadtratsbeschluss beziehen muss.

Dieser Stadtratsbeschluss hatte im Übrigen zwei Teile:
1. Vergabe des BAUS der Brücke für etwas unter 1.000.000 €;
2. Vergabe der PLANUNG der Wegebeziehungen auf Seite des Inselbads und im Herkomerpark.

Die Mehrheit des Stadtrats gibt den Bau einer Brücke in Auftrag und erst danach lässt man planen, wie man zu der Brücke hinkommt und wie von ihr wieder weg. Was das zusätzlich kostet, das interessiert überhaupt nicht. Das nenne ich verantwortungsloses Verhalten.

Es bedeutet aber, dass man zunächst den Bau der Brücke forcieren kann, und dann, wenn es kein Zurück mehr gibt, präsentiert man die Auswirkungen.

Am Ortstermin am 6.7. mit OB Lehmann habe ich teilgenommen. Als ich beim Mutterturm direkt an der Rückseite des Brautzimmers stand und mir klar wurde, dass alle Nutzer der Brücke von dieser Stelle aus durch den Park geführt werden müssen, da war mir klar, dass das nicht passieren darf. Interessant ist, dass Herr Kalus und Herr Flörke zwar von Lösungen sprechen, die angeboten worden sein sollen, diese „Lösungen“ dann aber mit keinem Wort benennen! Die Brückenkonstruktion ist zwar aus Holz, besonders gelobt wurde aber von der Stadtbaumeisterin die Asphaltdecke der Lechbrücke, da darauf gut der Winterdienst zu leisten ist.

Klar ist auch: Die bisher vorhandenen Holzbrücken im Herkomerpark werden abgerissen und es werden zwei neue Brücken gebaut; eine über den Teich, um den direkten Weg in Richtung neuem Zebrastreifen zum Landratsamt zu ermöglichen, eine über den Mutterbach, um an den Weg Richtung Karolinenbrücke anzubinden. Wie diese Brücken aussehen, welchen Belag sie haben werden, wie die Wege im Park aussehen….all das und vieles mehr wurde gar nicht angesprochen. Winterdienst muss aber auch auf diesen Wegen geleistet werden, es soll sich schließlich um einen Schulweg handeln. Dazu müssen diese Wege alle entweder gepflastert oder geteert sein.
Dieser Schulweg kann für alle Busschüler des IKG folgendermaßen aussehen: Wenn man vom IKG aus Richtung Lunapark geht, steht man fast augenblicklich auf dem bereits vorhandenen Lechsteg. Der Aufgang zur von-Kühlmann-Straße wurde gerade erst mit hohem finanziellem Aufwand neu gestaltet und bringt die Schüler direkt zum bereits vorhandenen Zebrastreifen. Dort überqueren die Schüler die Strasse und können auf vorhandenen Gehwegen bis zum Landratsamt gehen. Funktioniert problemlos. Muss es auch. Denn der Hauptplatzumbau beginnt im April 2012, die Brücke ist nach offiziellem Bauzeitenplan der Architekten für die Schüler aber erst nach den Sommerferien 2012 nutzbar. Oder beginnen die Sommerferien im IKG nächstes Jahr schon Anfang Mai? Dieser Weg ist übrigens kaum länger, als der über die neu zu bauende Brücke. 1.000.000 € plus großem X plus negativer

Auswirkungen am Mutterturm und im Inselbad für einen nur um wenige Meter kürzeren Schulweg? Das muss wirklich nicht sein.

Ich war übrigens selbst neun Jahre lang Schüler des IKG. Wir sind immer in die Stadt gegangen. Ein Kaffee in der Villa Rosa, Hefte kaufen beim Hansa, Pommes beim Kochlöffel oder ein Eis an der Lechmauer beim Cortina waren und sind ganz normal. Ein großer Teil der Schüler wird sich ihren Weg über die Karolinenbrücke selbst suchen, ob Herr Flörke das will oder nicht. Unfälle herauf zu beschwören, wenn die neue Brücke nicht kommt, ist Stimmungsmache aus der untersten Schublade.

Hat man das wirklich nötig?

Die Zahl, dass ein 6-8 Meter breiter Streifen auf der Nordseite des Inselbads verloren geht stammt vom Ortstermin mit OB Lehmann. Ich nehme aber zur Kenntnis, dass es offiziell jetzt nur vier Meter sein sollen. Die Breite des Weges ist genormt, beträgt mindestens 2,50 Meter. Ein Zaun muss den Weg vom Inselbad abtrennen. Davor werden wohl im Inselbad Büsche oder eine Hecke als Sichtschutz gepflanzt werden müssen, die Besucher der Liegewiese sind schließlich keine Zootiere. Schafft man das wirklich auf vier Metern Breite? Und selbst wenn, dann fehlen dem Inselbad mindestens 400 m² Liegewiese. Ein erheblicher Attraktivitätsverlust.

Dazu kommt auch noch die von OB Lehmann favorisierte Wegverbindung von der geplanten Brücke bis zum Flößerplatz und damit auch die Zerschneidung Inselbad / Lechstrand. Das Inselbad mit Lechstrand und der Mutterturm mit Herkomerpark sind gewachsene Kulturgüter unserer lebens- und liebenswerten Stadt. Diese nur um des Neuen willen zu zerstören lehnen wir entschieden ab.

Christoph Jell und das Team vom Bürgerbegehren zum Schutz des Inselbads mit Lechstrand und des Mutterturms mit Herkomerpark