Kategorie: Pressemitteilungen

Pressemitteilungen

Artikel Christoph Jell in der Monatszeitung Dez. 2018

Gewinne werden privatisiert – Verluste werden sozialisiert, also uns Allen aufgebürdet.

Nein, ich bin kein Fan von Karl Marx und schon gar kein Marxist. Aber das Zitat passt hier einfach.

Im Juli hat der Stadtrat nach langer Diskussion beschlossen, den Stadtwerken den Auftrag zu erteilen, die Tiefgarage unter der Lechstraße neben dem Ignaz-Kögler-Gymnasium um 186 Stellplätze zu erweitern. Zur Stärkung der Innenstadt. Ich habe schon damals dagegen gestimmt. Wer mich kennt, weiß, das ich wirklich nichts  gegen eine Stärkung der Innenstadt habe . Es war aber schon damals klar, dass in Kürze der Investor des Pflugfabrikgeländes vorschlagen würde, eine ähnliche Zahl an Stellplätzen auf der anderen Seite des neuen Lechstegs nicht zu bauen. Der Zeitpunkt ist jetzt. Es sind genau 196 Stellplätze. Während also die Stadt die zu kaum mehr als 2/3 ausgelastete Lechgarage für knapp fünf Millionen € um 186 Stellplätze erweitert, baut der Investor alleine dadurch 52 Stellplätze weniger, dass für Sozialwohnungen und sozial geförderte Wohnungen unabhängig von der Wohnungsgröße nur je ein PKW- Stellplatz vorgesehen ist. Im Gutachten heißt es dazu wörtlich: „Berücksichtigung von gefördertem Wohnungsbau in Eigentum oder Miete von 1 Stellplatz pro Wohneinheit (nicht alle Mieter können oder wollen sich erfahrungsgemäß einen Pkw leisten)“. Logisch: wenn man das Angebot verknappt, kann man teurer verkaufen/vermieten. Das können oder wollen sich dann nicht mehr alle leisten. Die Frage wird nur sein, wo das Auto dann geparkt wird. Oberirdische Parkplätze gibt es in dem Viertel nämlich nur noch für Behinderte. Zweiter Ansatz: weniger Autos durch Ersatz von Autofahrten durch Fahrten mit E-Bikes, Bus und Bahn und das Gehen zu Fuß. Woher kommt das Geld für den attraktiveren Stadtbus in der gesamten Stadt? Für die neuen Rad- und Fußwege, auch und vor allem außerhalb des Baugebiets. Und wie lange dauert es, diese zu errichten? Alles spannende Fragen. Klar ist aber laut Gutachten, dass diese Maßnahmen bereits jetzt weitere 144 Stellplätze überflüssig machen. Dritter Ansatz: Carsharing: dadurch könnten weitere 86 bis 350 Stellplätze eingespart werden. Offenbar wissen die Autoren des Gutachtens, wie es derzeit um das Thema Carsharing in Landsberg bestellt ist, denn sie bringen dieses Einsparpotential gar nicht erst in Ansatz.

 

All das könnte funktionieren. Ob es auch wirklich funktioniert will jetzt so wirklich noch keiner wissen. Nur der Investor weiß jetzt schon, dass er die Stellplätze nicht bauen muss. So kann man keine Entscheidungen treffen.

 

Ich wünsche ihnen ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2019.

 

Herzlichst Ihr

Christoph Jell

 

(https://issuu.com/monatszeitung/docs/www_januar2019/8)

Haushaltsrede 2018

Zum Haushalt 2019 der Stadt Landsberg: 

Papiere lösen keine Probleme

Einführung:

Der Haushalt 2019 weist keine Neuverschuldung aus, dennoch weist er Probleme aus.

Der Ergebnishaushalt schließt negativ und der Endbestand an Finanzmitteln ist mit 14,3 Mio. € prognostiziert. Die Finanzmittel nehmen im Vergleich zum Ergebnis 2017 also um 20 Mio. € und im Vergleich zum Ansatz 2018 um 17 Mio. € ab. Das alleine ist noch kein Problem. Problematisch wird es aber dann, wenn man sich die Verpflichtungsermächtigungen ansieht. Der Ansatz der Finanzmittel zum 31.12.2019 ist nämlich um knapp 3 Mio. € niedriger als die Summe der Verpflichtungsermächtigungen. D.h., die Ausgaben zu denen wir uns bereits verpflichtet haben, sind drei Millionen € höher als unsere gesamten Rücklagen. Da wir mindestens 10 Mio. € Liquidität benötigen, gibt es genau zwei Möglichkeiten: neue Schulden ab 2020 in erheblicher Höhe oder wir setzten geplante Maßnahmen einfach nicht um. Dann brauchen wir zwar kein Geld dafür, lösen aber auch die im Haushalt enthaltenen Versprechen nicht ein.

Einzelne Punkte:

Nachverdichtung um jeden Preis, wie sie momentan betrieben wird, bedeutet stetiges, hohes Bevölkerungswachstum.

Dies erfordert eine Änderung der Mobilität, wenn es überhaupt einigermaßen abgefangen werden soll. Wir sollen also mehr mit Bahn, Bus und eBike fahren oder zu Fuß gehen. Einen Radwegeplan zu erstellen, die Verbindung des jetzigen Fleckerlteppichs systematisch anzugehen, wie es die UBV beantragt hat, wird nicht umgesetzt. Er hat keinen Eingang in den Haushalt gefunden.

Wir haben beantragt, bei der Überplanung des „Kratzerkellers/Libre“ einen Fußweg durch das Gelände vorzusehen, um die gefährliche Kreuzug Katharinenstrasse – Saarburgstraße für Fußgänger zu entschärfen. Geht nicht, sagt die Bauverwaltung, möchte der Investor nicht. Na dann, wir machen nur noch, was „der Investor“ will.

Wie beim „Urbanen Leben am Papierbach“.

Hier sollen bereits im Vorfeld 196 TG Stellplätze im Wert von ca. 5 Mio abgeschafft werden, obwohl noch niemand weiß , ob die auf dem Papier vorgeschlagenen Verkehrsmaßnahmen von den Bürgerinnen und Bürgern überhaupt angenommen werden und die entsprechenden Effekte auch tatsächlich eintreten. Als Ausgleich für die vom Investor versprochenen Stellplätze für ein Carsharingunternehmen kann man sich oberirdische Parkplätze auf der städtischen Bossewiese oder am Bahnhof vorstellen.

Umgekehrt ist es auf der anderen Seite des Lechs in der Altstadt:

Hier baut die Stadt für 4,7 Mio. € zzgl. Kosten für die Entsorgung der Altlasten 186 neue Tiefgaragenstellplätze unter dem neuen Jugendzentrum in der Lechstrasse.

Damit die hohe Investition niedriger wird, werden Zuschüsse, die der Investor eigentlich für den Bau des JuZe gegeben hat, darauf angerechnet. Ebenso u.a. die Stellplatzablösebeträge der letzten zehn Jahre. Die hat ja auch noch keiner ausgegeben. Oder Fördergelder für die Abschaffung von Parkplätzen im Vorderen und Hinteren Anger. Das ist aber noch gar nicht beschlossen, geschweige denn diskutiert….

186 Stellplätze kommen also auf der einen Seite des neuen Lechstegs so auf Kosten der Stadt dazu, 196 spart sich der Investor auf der anderen Seite dafür ein.

Das bedeutet also moderne Verkehrsplanung.

Gleicht man diese Planungen mit der Wirklichkeit ab, sieht man gerade heute in der Berichterstattung,

  1. In Geltendorf gibt es massiven Ärger, weil man als Pendler mit dem Auto zur S-Bahn fahren muss, um einigermaßen zeitgerecht zur Arbeit zu kommen. Also braucht man auch einen Stellplatz nahe bei der Wohnung, um das Auto abends abstellen zu können. Wir schaffen diese Stellplätze ab.
  2. In Schondorf wird gerade Car- sharing auf privatrechtlicher Basis organisiert. Man muss dem Investor also keine bereits beschlossenen TGplätze erlassen schenken, nur weil er das Zauberwort Car- sharing benutzt.

Kultur hatte und hat einen hohen Stellenwert in Landsberg. Zur Zeit auch mit viel, sehr viel Geld. Wir werden jetzt und in Zukunft darauf achten, dass andere wichtige Bereiche, z.B. Soziales oder Sport, darüber nicht ganz kultiviert in Abseits gestellt werden. Deshalb haben wir eine mobile Anzeigetafel für das Sportzentrum beantragt und die Schaffung eines barrierefreien Tribünenzugangs angeregt. Beides soll umgesetzt werden. Ebenso haben wir immer den unverzüglichen Bau von zwei KITAs angemahnt, der auch kommen soll. Auch Erinnerungskultur ist Kultur. Wenn man dort etwas tun will, dann nicht mit einem ungeheizten Container im Hinterhof unseres historischen Rathauses, der als Informationspunkt dienen soll. Bevor man das tut, heißt es erst einmal gute Lösungen für begonnene Projekte wie Kaufering VII und das Stadtmuseum finden. Und weiter aktiv zu gestalten. Zum Beispiel ein längst gegebenes Versprechen einlösen. Wir haben mit dem Industriegebiet Frauenwald bereits viele Millionen verdient. Das Versprechen aus dem Bürgerentscheid, auf die Nitrozellulosefabrik in einem öffentlich zugänglichen Dokumentationsort hinzuweisen, ist bis heute nicht umgesetzt. Dr. Reinhard Steuer hat hier einen wegweisenden Antrag gestellt. Planungskosten sind hierfür eingestellt. Planung in 2019 und Umsetzung in 2020 werden wir anmahnen.

Die Gesamtstrategie hat über eine halbe Million € und damit das Doppelte der ursprünglich veranschlagten Summe gekostet. Die Personalkosten nicht einmal eingerechnet. 50.000 € Mehrkosten für den Einbau einer Heizung in einem städtischen Wohnhaus waren hingegen zuletzt mehrfach Thema. Falsche Setzung von Prioritäten. Ob der Maßnahmenkatalog mehr ist als nur das Papier auf dem er steht wird sich zeigen. Insbesondere die Dörfer hätten es verdient, wo mit großem Einsatz an konkreten Lösungen gearbeitet worden ist. Wenn in Reisch etwas getan wird, weil ohnehin ein neues Feuerwehrfahrzeug angeschafft wird, so begrüßen wir das ausdrücklich. Es ist aber noch kein Ergebnis der Gesamtstrategie.

Wohnungsbau bleibt eine wichtige Aufgabe. Eine öffentliche und soziale Aufgabe. Aus einem Gespräch mit der Regierung von Oberbayern weiß ich persönlich, dass die SoBoN – Richtlinie dazu nicht ausreicht. Auch auf die „Bayern-Heim“ sollten wir dabei nicht warten. Bereits im Mai 2017 hat die UBV den Antrag gestellt, eine städtische Wohnungsbau- und -verwaltungsgesellschaft zu gründen. Auch die Staatsregierung möchte, dass die Kommunen ihren eigenen Wohnungsbestand stärken. Sie gibt dafür sehr hohe Zuschüsse. Nach 1 ½ Jahren, in denen dieser Antrag, basierend auf unvollständigen Informationen, immer wieder abgelehnt wurde, hat der Stadtrat nun – nach dem Vorbild der Gemeinde Utting – beschlossen, dass das KU Stadtwerke sich auch um den Wohnungsbau kümmern soll.

Hoffentlich tut es das auch. Und tut es zeitnah. Es ist schon genug Zeit verschwendet worden.

Einrichtungen für Erholung und Freizeit werden immer wichtiger. Besonders weil durch anhaltende Nachverdichtung Freiflächen verschwinden, auf denen früher Spiel-, Sport- und Freizeitaktivitäten möglich waren. Für Kinder und Jugendliche entsteht ein modernes neues Jugendzentrum. Der Lunapark in unmittelbarer Nachbarschaft, genutzt von Familien mit kleinen Kindern und Bewohnern der AWO mit ihren Besuchern muss genauso aufgewertet werden. Deshalb haben wir nochmals beantragt, die Planungskosten für die Aufwertung des Lunaparks im Haushalt zu belassen, die Planung 2019 zu machen und 2020 dann auch umzusetzen.

Wir werden dem Haushalt 2019 zustimmen.

Projekte wie die Sanierung des Bestandsgebäudes der Mittelschule, sozialer Wohnungsbau in städtischer Hand, sinnvolle Folgenutzung des Schloßbergs oder die Umgestaltung des Hindenburgrings sind der richtige Weg.

Wie weit die notwendigen Projekte, die aktuell geplant werden – zwei neue Kitas in der Staufenstraße und am Reischer Talweg, eine Sanierung des Inselbades, Kreisverkehre am Postberg und der Schwaighofkreuzung, ein Erinnerungsweg im Frauenwald, der Dorfmittelpunkt Pitzling oder die Aufwertung des Lunaparks– dann auch in der Praxis umgesetzt werden, das bleibt aktuell in der Schwebe.

Und wird der Maßstab sein, an dem sich dieser HH messen lassen muss; Papiere alleine lösen nämlich keine Probleme.

 

 

Jubiläum – 40 Jahre UBV

1977 – 2017:

40 Jahre Unabhängige Bürgervereinigung
Großer Rückhalt bei den Landsberger Bürgern

Es ist schon etwas Besonderes, wenn sich eine Bürgervereinigung über 40 Jahre hält. Das gelingt nur, wenn sich immer wieder engagierte Bürgerinnen und Bürger finden, denen die Entwicklung ihrer Stadt am Herzen liegt. Genau das ist der Unabhängigen Bürgervereinigung ( kurz UBV ) über die Jahre hinweg gelungen.
Es gab viele und zahlreiche Themen, angefangen von der Ansiedlung einer Chemiefabrik, über den Erhalt des Lechwehrs bis hin zu Bürgerentscheiden gegen Betonbrücken über den Lech, die die UBV immer wieder im Sinne der Landsberger Bevölkerung zur Sprache brachte.
„Landsberg wäre nicht Landsberg geblieben wenn es die UBV nicht gegeben hätte“, so die Überzeugung von Gründer Max Doll.
Viele neue Mitglieder erinnern sich nicht mehr so genau an den Anfang oder kennen als Neubürger den Beginn gar nicht. Dabei sind die Themen, die zur Gründung der UBV vor 40 Jahren führten, immer noch aktuell: Transparenz und Bürgerbeteiligung.
Wegen mangelnder Transparenz sind 1977 drei Stadträte aus der CSU Fraktion ausgetreten und haben die UBV gegründet. Es ging um die Ansiedelung einer Chemiefabrik in Landsberg, deren Abwässer in den Lech geflossen wären. Dies konnte durch den engagierten Einsatz der UBV Mitglieder verhindert werden. Wie würde Landsberg wohl heute aussehen, wenn diese Entscheidung damals anders ausgefallen wäre ?

Der Weg war nicht bequem, viele Widerstände mussten überwunden werden, gleichzeitig haben aber auch viele Bürger die UBV dabei engagiert unterstützt. Ein paar Jahre später ging es mit dem Kampf gegen das Lechwehr weiter und in jüngster Zeit kam dann der Bürgerentscheid gegen eine große Betonbrücke beim Wildpark.
„Der Rückhalt bei den Bürgern hat uns immer wieder bestätigt und uns veranlasst nicht aufzugeben. Die Bürger wollen Transparenz und wollen bei wesentlichen Entscheidungen beteiligt werden“ so Vorsitzender Wolfgang Neumeier.
Bis heute ist viel in dieser Richtung passiert und die Politik hat sich, gerade was die Bedeutung von Bürgerbeteiligung betrifft, verändert. Dass es auch so bleibt und bei Entscheidungen auch kritische Stimmen gehört werden, dafür setzt sich die UBV ein. Unabhängigkeit und der Einsatz für Landsberg – das zeichnet die UBV aus und ist die Grundlage dafür, dass es die UBV auch nach 40 Jahren noch gibt und sie von den Bürgern immer wieder bestätigt wird.
Als Dank an die Bürger haben die Mitglieder ein limitiertes Bayertor Windlicht verteilt, das begeistert angenommen wurde. „Das Wahrzeichen Landsbergs liegt uns am Herzen und wir haben uns stets für den Erhalt eingesetzt“. Daher ist es nach Überzeugung der UBV Mitglieder auch ein passendes Geburtstagsgeschenk an die Landsberger Bürger.

Auch in Zukunft werden wir uns mit unserer ganzen Energie und Kraft als Unabhängige Bürger für Landsberg einsetzen. Wir sind nach wie vor keine Partei, sondern ein gemeinnütziger Verein. Gerade das macht uns für viele Bürgerinnen und Bürger, die sich gezielt für Landsberger Themen interessieren, besonders attraktiv ! Wir freuen uns über ihre Unterstützung.

Haushaltsrede 2018

Der Haushalt 2018 mit Finanzplanungszeitraum beinhaltet für uns drei Hauptpunkte:

  • Finanzielles Minimalziel gerade so erreicht
  • Wir beginnen, wieder Schulden zu machen
  • Folgekosten des Turbowachstums bereiten Probleme

Die Stadt erwirtschaftet in 2018 gerade so viel Überschuss, dass sie die ordentliche Schuldentilgung von 1,7 Mio. daraus bezahlen kann. Dies ist in Ordnung, aber kein Grund zur Zufriedenheit, passiert es in doch in einer absoluten Boomphase, in der nicht nur die Steuereinnahmen sprudeln wie noch nie sondern auch die Fördergelder des Landes.

Die Liquidität ohne Haushaltsreste würde sich deutlich auf unter 10 Mio. reduzieren, wenn wir nicht 2018 beginnen würden, wieder Schulden zu machen. In Zahlen: 1,9 Mio. € Netto-Neuverschuldung. 2019 erhöht sich dieser Betrag auf ca. 3,5 Mio. Für 2020 sind nur deshalb noch keine Schulden in der Finanzplanung enthalten, weil die Kosten der Projekte, die kommen müssen, noch nicht beziffert werden können.

Schulden zu machen, um Investitionen wie Weiterbau der Obdachlosenunterkunft, der Mittelschule oder eine Brücke über den Lech zu finanzieren, ist absolut in Ordnung. Zumal die Brücke diesmal an einer Stelle geplant ist, an der sie nicht das Ensemble Mutterturm und Herkomerpark komplett zerstört. Die heute gemachten Schulden belasten aber mindestens für die Dauer von 20 Jahren durch Zins und vor allem Tilgung den Haushalt. Außerdem müssen dann erhöhte Abschreibungen für die neuen Gebäude erwirtschaftet werden.

Dass die Stadt wieder in den Bau eigener Wohnungen investiert, ist absolut zu begrüßen. Versüßt durch eine sehr hohe Förderung des Freistaats werden wir am Wiesengrund tätig werden. Dieser Schritt bringt denen, die dort in wenigen Jahren einziehen können, die Möglichkeit, eine gute Wohnung zu mieten. Diese Mieter müssen dann die Kosten ihrer Wohnungen refinanzieren, nicht aber die maximalen Renditeerwartungen von Investoren. Dies kann aber nur ein Anfang sein. Der Bedarf ist jetzt schon groß und wird in den nächsten Jahren noch steigen. Deswegen fordert die UBV nach wie vor die Gründung einer städtischen Wohnungsbau- und -verwaltungsgesellschaft, die sich dauerhaft und nachhaltig um bezahlbare Mietwohnungen in Landsberg kümmert.

Etwas Wesentliches geändert hat sich auch bei der neuen Mittelschule. Die UBV hat sich immer dagegen gewehrt, die Sanierung des weiter für den Unterricht genutzten Altbaus auf Sparflamme zu betreiben, damit man sich die als Aula getarnte Veranstaltungshalle auch leisten kann. Nun bekommen wir beides: Der Altbau wird unter Beteiligung des Freistaats generalsaniert und es muss nicht mehr an der Ausstattung für die Schüler gespart werden.

Die Urbanisierung nicht nur des Pflugfabrikgeländs sondern der Ortseinfahrten und ganzer Straßenzüge zielt darauf hin, das von OB Neuner formulierte Ziel von 35.000 Einwohnern bis etwa 2030 zu erreichen. Dies wird hohe Folgekosten nach sich ziehen. Die neuen Landsbergerinnen und Landsberger haben berechtigte Ansprüche: Kindergärten, Schulen, Kultur- und Freizeiteinrichtungen müssen u.a. gebaut und betrieben werden.

Gerade im Bereich Hindenburgring, Von-Kühlmann-, Spöttinger und Augsburgerstraße mit Schwaighofkreuzung wird die Entwicklung der ehem. Pflugfabrik erhebliche Verkehrs- und Infrastrukturprobleme nach sich ziehen. Diese Probleme werden nicht zu lösen sondern allenfalls zu lindern sein.

Die UBV hat für die Entwicklung der Industriebrache Pflugfabrik gestimmt, weil diese Entwicklung positiv für die Stadt ist. Aber auch gegen den Teil des Beschlusses, der die gesamten Kosten der verkehrlichen Konsequenzen alleine auf die Stadt verlastet. Dass uns dies noch teuer zu stehen kommen wird, wird jetzt erstmals, wenn auch noch nicht in voller Konsequenz, sichtbar.

Was für ULP gilt, gilt auch für die Stadt als Ganzes. Deshalb wird die UBV auch weiterhin für ein verträgliches Wachstum plädieren, dass nur so schnell verläuft, wie die Infrastruktur auch mitwachsen kann.

Kleiner Einschub: Die Entscheidung des Stadtrates, dass sich auch die 2. Variante der Bebauung „Hopfengartenstraße“ nicht in die Umgebungsbebauung einfügt, bleibt bestehen. Die Regierung von Oberbayern beanstandet diesen Beschluss nicht, eben gerade weil bei der Nachverdichtung im Innenbereich ein Ermessensspielraum besteht. Die Ausübung dieses Ermessens ist Plicht aber auch Privileg des Stadtrats bzw. des Bauausschusses.

Wir lehnen maximale Nachverdichtung ab. Eine vernünftige Weiterentwicklung ist jedoch absolut notwendig und auch gewünscht. Weil trotzdem noch Erholungsflächen übrig bleiben müssen und sollen, haben wir den Antrag gestellt, den Lunapark aufzuwerten. Planungskosten hierfür sind im Haushalt 2018 eingestellt.

Kritik, wie z.B. an der Handhabung des Prozesses „Landsberg 2035“ ist notwendig aufgrund der Kontrollfunktion, die ein Stadtrat auszufüllen hat. Diese Kritik bedeutet nicht, dass wir die viele und gute Arbeit, die die Verwaltung in 2017 geleistet hat, nicht anerkennen. Deswegen möchte ich mich last but not least noch bei Herrn Jung, Frau Fritzsche und ihrem Team der Kämmerei bedanken. Dies auch stellvertretend für die gesamte Verwaltung.

Christoph Jell, Fraktionsvorsitzender

 

 

Jubiläum – 40 Jahre UBV

40 Jahre Unabhängige Bürgervereinigung
Großer Rückhalt bei den Landsberger Bürgern

Es ist schon etwas Besonderes, wenn sich eine Bürgervereinigung über 40 Jahre hält. Das gelingt nur, wenn sich immer wieder engagierte Bürgerinnen und Bürger finden, denen die Entwicklung ihrer Stadt am Herzen liegt. Genau das ist der Unabhängigen Bürgervereinigung (kurz UBV) über die Jahre hinweg gelungen. Es gab zahlreiche Themen, angefangen von der Ansiedlung einer Chemiefabrik über den Erhalt des Lechwehrs bis hin zu Bürgerentscheiden gegen Betonbrücken über den Lech, die die UBV immer wieder im Sinne der Landsberger Bevölkerung zur Sprache brachte.

„Landsberg wäre nicht Landsberg geblieben, wenn es die UBV nicht gegeben hätte“, so die Überzeugung von Gründer Max Doll.

Viele neue Mitglieder erinnern sich nicht mehr so genau an den Anfang oder kennen als Neubürger den Beginn gar nicht. Dabei sind die Themen, die zur Gründung der UBV vor 40 Jahren führten, immer noch aktuell: Transparenz und Bürgerbeteiligung.

Wegen mangelnder Transparenz sind 1977 drei Stadträte aus der CSU-Fraktion ausgetreten und haben die UBV gegründet. Es ging um die Ansiedelung einer Chemiefabrik in Landsberg, deren Abwässer in den Lech geflossen wären. Dies konnte durch den engagierten Einsatz der UBV-Mitglieder verhindert werden. Wie würde Landsberg wohl heute aussehen, wenn diese Entscheidung damals anders ausgefallen wäre?

Der Weg war nicht bequem, viele Widerstände mussten überwunden werden, gleichzeitig haben aber auch viele Bürger die UBV dabei engagiert unterstützt. Ein paar Jahre später ging es mit dem Kampf gegen das Lechwehr weiter, und in jüngster Zeit kam dann der Bürgerentscheid gegen eine große Betonbrücke beim Wildpark.

„Der Rückhalt bei den Bürgern hat uns immer wieder bestätigt und uns veranlasst, nicht aufzugeben. Die Bürger wollen Transparenz und wollen bei wesentlichen Entscheidungen beteiligt werden“, so Vorsitzender Wolfgang Neumeier.

Bis heute ist viel in dieser Richtung passiert, und die Politik hat sich, gerade was die Bedeutung von Bürgerbeteiligung betrifft, verändert. Dass es auch so bleibt und bei Entscheidungen auch kritische Stimmen gehört werden, dafür setzt sich die UBV ein.
Unabhängigkeit und der Einsatz für Landsberg – das zeichnet die UBV aus und ist die Grundlage dafür, dass es die UBV auch nach 40 Jahren noch gibt und sie von den Bürgern immer wieder bestätigt wird.

Als Dank an die Bürger gibt es ein limitiertes Bayertor-Windlicht, das begeistert angenommen wird. „Das Wahrzeichen Landsbergs liegt uns am Herzen, und wir haben uns stets für den Erhalt eingesetzt.“ Daher ist es nach Überzeugung der UBV-Mitglieder auch ein passendes Geburtstagsgeschenk an die Landsberger Bürgerinnen und Bürger.

Bayertor Christbaumkugeln 2016

UBV setzt die beliebte Aktion fort und verkauft wieder Christbaumkugeln mit Bayertor-Motiv. Erlös geht als Spende als den Bayertor Förderverein.

Bayertorkugeln 2016

Nach den erfolgreichen UBV-Aktionen in den letzten Jahren gibt es 2016 wieder Christbaumkugeln mit Bayertor-Motiv. Erstmals zeigen die Kugeln das gesamte Tor und sind daher auch größer als bisher, so Doris Baumgartl. „Die Kugeln sind ein perfektes, individuelles Geschenk und ein Blickfang für jeden Weihnachtsbaum.“ Die Landsberger Grafikerin Monika Niedermair hat sie in leuchtendem Rot liebevoll gestaltet.

Der Erlös aus dem Verkauf geht an den Förderverein Landsberger Bayertor. Die Vorsitzende Sigrid Knollmüller kann das Geld gut gebrauchen. „Mit dem Kauf dieser Weihnachtskugel helfen Sie, diese einmalige Toranlage und das Wahrzeichen Landsbergs zu erhalten und seine einzigartige Schönheit wiederherzustellen. Wir setzen uns insbesondere für die Renovierung des Reliefs an der Ostseite des Tors ein. Dieses Relief gehört mit zu den frühesten erhaltenen Skulpturen der Stadt Landsberg und zeigt den Gekreuzigten, Maria und Johannes sowie zwei Engel, die mit einem Kelch das Blut Christi auffangen, so Knollmüller.

Jede Kugel ist einzeln in einem passenden Organzasäckchen verpackt und enthält zusätzlich ein Faltblatt mit historischen Informationen zum Bayertor. Der Preis der Kugeln beträgt 5 Euro. Die auf 500 limitierte Stückzahl macht sie auch für Sammler interessant.

Der Verkauf der Kugeln findet jeweils an den beiden Adventssamstagen ( 10. und 17. Dezember ) von 10.00 – 14.00 Uhr in der Passage bei der Lechapotheke in der Hubert-von-Herkomer-Straße statt. Während der Woche sind die Kugeln in der Lech Apotheke erhältlich.

„Wir hoffen auf einen ähnlichen Erfolg wie in den letzten Jahren und wünschen uns, dass die Renovierung des Bayertors dann zügig voran geht und auch das Relief in seiner ursprünglichen Schönheit wiederhergestellt werden kann“, so Christoph Jell, Fraktionsvorsitzender der UBV und Mitinitiator.

Größere Mengen, z.B. für Firmenweihnachtsgeschenke, können übrigens einfach per Mail unter info@ubv-landsberg.de bestellt werden.

Dr. Reinhard Steuer erhält Dankesurkunde des Ministerpräsidenten

Am 18. November erhielt Dr. Reinhard Steuer im Rahmen einer Feierstunde die Dankesurkunde des Ministerpräsidenten für über 20 Jahre kommunalpolitisches Engagement. Übergeben wurde die Urkunde durch Landrat Thomas Eichinger.

Wir gratulieren herzlich dazu und sind stolz, dass sich Herr Dr. Steuer als Mitglied der UBV Fraktion für die Entwicklung der Stadt Landsberg einsetzt und immer wieder entscheidende Impulse gibt.

90. Geburtstag des UBV-Gründers Max Doll

Max Doll, langjähriger Stadtrat und Gründer der UBV Landsberg, feiert am Freitag, 10. Juli 2015 seinen 90. Geburtstag

Vielen Landsbergern ist Max Doll  erst einmal bekannt durch die gleichnamige Schreinerei gegenüber dem Hexenturm in der Vorderen Mühlgasse, aus der dann der Bastlerladen Doll wurde, den Max und Marianne Doll gemeinsam führten.

In den 70er und 80er Jahren jedoch war Max Doll der populärste Stadtrat. Immer wieder erhielt er bei den Kommunalwahlen die meisten Stimmen aller Kandidaten. Mit seiner Mischung aus Bürgernähe, Humor, zurückhaltender Bescheidenheit und unnachgiebigem, durchdachtem Engagement setzte er sich vor allem für die kleinen Leute und die Belange der Innenstadt ein.

1966 wurde er erstmals in den Landsberger Stadtrat gewählt und übernahm 1970 nach der Wahl von Hanns Hamberger zum Oberbürgermeister das Stadtratsreferat für die Städtischen Werke. Ein Amt, das er bis 1994 innehatte und mit großem Engagement für die bürgerschaftliche Aufgabe der Stadtwerke ausübte.

Vor allem Max Doll war es, der Ende der 60er Jahre einen personellen Neubeginn im Amt des Oberbürgermeisters für nötig hielt und mit Diplomatie die Weichen dafür stellte. Mit der ursprünglich in der CSU nicht vorgesehenen Aufstellung von Oberbürgermeister Hanns Hamberger und dessen Wahlsieg trat in Landsberg eine Wende ein, die politisch und finanziell aus Enge und Stillstand führte.

Allerdings gehörte er dann auch zu den Stadträten, welche bei allem Nachholbedarf für eine neue Stadtentwicklung stets die Mitspracherechte des Stadtrats und das Recht der Bürger auf Information einforderten.

Besondere Brisanz bekamen diese Forderungen bei der geplanten Ansiedlung des Großchemiebetriebs Eli Lilly zwischen Landsberg und Kaufering. Diese Ansiedlung hielt er sowohl struktur-politisch, wie mit Blick auf die Umwelt für den falschen Weg und war einer der führenden Köpfe der Bürgerinitiative. Der hart erkämpfte Rückzug des Chemieriesen führte in den Folgejahren zur erfolgreichen Ansiedlung zahlreicher mittelständischer Betriebe.

Die wesentlich von ihm und Stadtrat Georg Eschenlohr initiierte Gründung der Unabhängigen Bürgervereinigung (UBV) und deren Wahlerfolg 1978 löste in Landsberg ein kommunalpolitisches Erdbeben aus. Fortan gab es keine absoluten Mehrheiten mehr im Stadtrat. Die UBV ist seit dieser Zeit ununterbrochen im Stadtrat vertreten, derzeit mit sechs Stadträten. Von 1988-2000 stellte sie mit Franz Xaver den Oberbürgermeister, dessen Start auf Listenplatz 2 bei der Stadtratswahl 1984 entscheidend Max Doll initiierte. Aktuell gehört die zweite Bürgermeisterin Doris Baumgartl der UBV Fraktion an.

Im Jahr 1994 gab Max Doll das Ehrenamt des Stadtrats im Alter von 70 Jahren von sich aus zurück. Auf die vorgesehene Verleihung des Goldenen Ehrenrings verzichtete er, auch aus der Überzeugung, einfach nur seine Pflicht getan zu haben.

Max Doll hat in entscheidenden Augenblicken geholfen, Weichen für positive Entwicklungen zu stellen und sich dadurch ganz besondere Verdienste erworben.

Gemeinsam mit der UBV, deren Ehrenmitglied er seit langem ist, feiert er seinen Geburtstag heute mit geladenen Gästen im Herkomersaal des Alten Rathauses.

Landsberger lieben die Bayertor-Christbaumkugeln

UBV spendet die Einnahmen für die Renovierung des Bayertors

Wenn es um den Erhalt der historischen Bauten in ihrer Stadt geht, zeigen sich die Landsberger Bürger spendabel. So war auch in 2014 wie schon im Vorjahr der Christbaumkugelverkauf der UBV zugunsten der Bayertor-Sanierung ein voller Erfolg. „Die Christbaumkugeln mit dem Bayertormotiv sind wieder sehr gut angekommen. Wir haben wieder über 2.000 Euro eingenommen“, freut sich Christoph Jell (UBV). Dazu gehören auch 200 Euro, die die Lechapotheke in der Hubert-von-Herkomer-Straße durch einen Crepes-Verkauf anlässlich ihrer Einweihungsfeier eingenommen.

„Wir freuen uns, die Stadt Landsberg bei der Renovierung des Bayertors erneut mit einer Spende unterstützen zu können“, sagt Doris Baumgartl und betont das große Engagement der UBV-Damen beim Verkauf. Die Scheckübergabe an Oberbürgermeister Mathias Neuner hat bereits stattgefunden.

Die UBV, die stets eine Renovierung des Bayertors forderte, sieht dem Beginn der Maßnahmen nach dem Ruethenfest mit Spannung entgegen.

Scheckübergabe an OB

Scheckübergabe an OB M. Neuner