90. Geburtstag des UBV-Gründers Max Doll

Max Doll, langjähriger Stadtrat und Gründer der UBV Landsberg, feiert am Freitag, 10. Juli 2015 seinen 90. Geburtstag

Vielen Landsbergern ist Max Doll  erst einmal bekannt durch die gleichnamige Schreinerei gegenüber dem Hexenturm in der Vorderen Mühlgasse, aus der dann der Bastlerladen Doll wurde, den Max und Marianne Doll gemeinsam führten.

In den 70er und 80er Jahren jedoch war Max Doll der populärste Stadtrat. Immer wieder erhielt er bei den Kommunalwahlen die meisten Stimmen aller Kandidaten. Mit seiner Mischung aus Bürgernähe, Humor, zurückhaltender Bescheidenheit und unnachgiebigem, durchdachtem Engagement setzte er sich vor allem für die kleinen Leute und die Belange der Innenstadt ein.

1966 wurde er erstmals in den Landsberger Stadtrat gewählt und übernahm 1970 nach der Wahl von Hanns Hamberger zum Oberbürgermeister das Stadtratsreferat für die Städtischen Werke. Ein Amt, das er bis 1994 innehatte und mit großem Engagement für die bürgerschaftliche Aufgabe der Stadtwerke ausübte.

Vor allem Max Doll war es, der Ende der 60er Jahre einen personellen Neubeginn im Amt des Oberbürgermeisters für nötig hielt und mit Diplomatie die Weichen dafür stellte. Mit der ursprünglich in der CSU nicht vorgesehenen Aufstellung von Oberbürgermeister Hanns Hamberger und dessen Wahlsieg trat in Landsberg eine Wende ein, die politisch und finanziell aus Enge und Stillstand führte.

Allerdings gehörte er dann auch zu den Stadträten, welche bei allem Nachholbedarf für eine neue Stadtentwicklung stets die Mitspracherechte des Stadtrats und das Recht der Bürger auf Information einforderten.

Besondere Brisanz bekamen diese Forderungen bei der geplanten Ansiedlung des Großchemiebetriebs Eli Lilly zwischen Landsberg und Kaufering. Diese Ansiedlung hielt er sowohl struktur-politisch, wie mit Blick auf die Umwelt für den falschen Weg und war einer der führenden Köpfe der Bürgerinitiative. Der hart erkämpfte Rückzug des Chemieriesen führte in den Folgejahren zur erfolgreichen Ansiedlung zahlreicher mittelständischer Betriebe.

Die wesentlich von ihm und Stadtrat Georg Eschenlohr initiierte Gründung der Unabhängigen Bürgervereinigung (UBV) und deren Wahlerfolg 1978 löste in Landsberg ein kommunalpolitisches Erdbeben aus. Fortan gab es keine absoluten Mehrheiten mehr im Stadtrat. Die UBV ist seit dieser Zeit ununterbrochen im Stadtrat vertreten, derzeit mit sechs Stadträten. Von 1988-2000 stellte sie mit Franz Xaver den Oberbürgermeister, dessen Start auf Listenplatz 2 bei der Stadtratswahl 1984 entscheidend Max Doll initiierte. Aktuell gehört die zweite Bürgermeisterin Doris Baumgartl der UBV Fraktion an.

Im Jahr 1994 gab Max Doll das Ehrenamt des Stadtrats im Alter von 70 Jahren von sich aus zurück. Auf die vorgesehene Verleihung des Goldenen Ehrenrings verzichtete er, auch aus der Überzeugung, einfach nur seine Pflicht getan zu haben.

Max Doll hat in entscheidenden Augenblicken geholfen, Weichen für positive Entwicklungen zu stellen und sich dadurch ganz besondere Verdienste erworben.

Gemeinsam mit der UBV, deren Ehrenmitglied er seit langem ist, feiert er seinen Geburtstag heute mit geladenen Gästen im Herkomersaal des Alten Rathauses.

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